Borax

Borax ist ein Mineral aus der Klasse der Borate, das zu 11,3% aus Bor besteht – einem wichtigen Spurenelement, das für die Knochengesundheit und die kognitive Leistung eine große Rolle spielt. Es stärkt die Knochen, wirkt einem frühzeitigen Knochenabbau entgegen und fördert Denkprozesse. Als Nahrungsergänzungsmittel soll Borax dazu beitragen, Leistungsschwäche und Erkrankungen als Folge eines Bor-Mangels vorzubeugen.

Artikel durch 41 anerkannte Studien verifiziert

Borax: Einsatz und Studien zur Wirkung

Borax ist ein Nahrungsergänzungsmittel, dass die Aufnahme des Spurenelementes Bor unterstützen soll. Bor wiederum unterstützt die kognitive Leistung und spielt vor allem für die Knochengesundheit eine große Rolle. Ein Mangel wird mit Erkrankungen der Knochen wie Osteoporose oder Arthritis und verzögerten Reflexen oder Konzentrationsproblemen in Verbindung gebracht. Doch die Einnahme, Sicherheit und potenziellen Effekte von Borax sind umstritten, obwohl es sich bei Bor um ein wichtiges Spurenelement handelt, das sich auf natürliche Weise im menschlichen Körper befindet und für Pflanzen sogar essentiell ist. Welche Folgen eines Bor-Mangels sind durch Studien belegt und kann Borax diesen Folgen als Nahrungsergänzungsmittel entgegenwirken?

Was ist Borax?

Borax ist ein Mineral aus der Klasse der Borate. Es wird für die synthetische Herstellung von Borverbindungen benötigt und als Nahrungsergänzungsmittel für die unterstützende Aufnahme von Bor angeboten. Bor ist ein Spurenelement, das über die Nahrung aufgenommen wird und häufig Bestandteil von ergänzenden Präparaten ist, die über die Apotheke, den Arzt oder Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln im Internet vertrieben werden (1). Eines davon ist Borax, das 11,3% Bor enthält.

Es wird davon ausgegangen, dass Bor insbesondere für die Knochengesundheit, Gehirn und Nervensystem und die kognitive Leistungsfähigkeit eine Rolle spielt. Bor ist für seine vielfältigen Eigenschaften und Verwendungszwecke bekannt. Seit Jahrtausenden werden Borverbindungen, wie etwa Borax, für verschiedene Zwecke eingesetzt. Borax ist bereits seit den Tagen der griechischen und römischen Antike als Reinigungsmittel bekannt und hat eine lange Geschichte der Verwendung als Konservierungsmittel für Lebensmittel nachzuweisen (2).

Im alten Ägypten wurde das Salzmineral Natron, das neben anderen Komponenten auch Borate enthält, zur Mumifikation von eingesetzt (1). Borax-Glas wurde im Kaiserreich China und im antiken Rom bereits seit dem 4. Jahrhundert im Rahmen der Glasherstellung verwendet. Das allgegenwärtige Vorkommen von Bor in der Natur und die Tatsache, dass Bor ein wesentliches Element für das Pflanzenwachstum ist (3) (4) (5), hat die Vermutung nahegelegt, dass Bor auch ein essentielles Element für Mensch und Tier sei (2).

Das Ultra-Spurenelement Bor (B) ist ein äußerst hartes und hitzebeständiges Halbmetall der 3. Hauptgruppe des Periodensystems (1). Das bedeutet, dass Bor auf der Erde in nur sehr geringen Mengen vorkommt. Ob es sich bei Bor um ein essentielles Spurenelement handelt, das für den Menschen unverzichtbar ist, oder ob es nur ein zufälliger Bestandteil des menschlichen Körpers ist, ohne dass ihm eine überlebenswichtige Funktion zukommt, ist bis heute unerklärt. Die Bedeutung von Bor für die Pflanzenwelt legt jedoch nahe, dass es wichtige Funktionen im menschlichen Organismus übernimmt. Bor besitzt die höchste Zugfestigkeit aller bekannten Elemente und wird in seiner Härte nur vom Diamanten übertroffen (1). In Böden liegt die durchschnittliche Konzentration von Bor zwischen 5 und 100 ppm – dort liegt es überwiegend in Form von Borsäure vor, die über die Erde von Pflanzen aufgenommen wird (1).

Größere Mengen des Spurenelements Bor lassen sich vor allem in der Türkei – dort befinden sich etwa 70 % der weltweiten Borvorräte (6) –, Kalifornien und Kasachstan (1). Die Türke ist stellt weltweit die meisten Borat-Produkte her (6), zu denen auch das kommerzielle Nahrungsergänzungsmittel Borax zählt. Bor liegt in verschiedenen Formen vor, die auf natürliche Weise auf unserem Planeten vorkommen. In der Erde und im Wasser liegt Bor überwiegend als Borsäure vor (1), in Borat-Minen werden Minerale aus der Klasse der Borate abgebaut, darunter auch Borax. Es handelt sich dabei, wie bei Borsäure, um eine Borverbindung, die synthetisch hergestellt werden kann. Für die Wirtschaft und kommerzielle Zwecke ist Borax die wichtigste Borverbindung.

Bedeutung von Bor für den Menschen

Auch wenn das Spurenelement Bor erst noch als essentieller Nährstoff anerkennt werden muss, legen Humanstudien nahe, dass Bor eine Rolle für die Funktion der Zellmembran, den Mineral- und Hormonstoffwechsel und enzymatische Reaktionen spielt (7). Der Mensch nimmt pro Tag in etwa 1,7 bis 7 mg Bor über die Nahrung zu sich. Bei den wesentlichen Borlieferanten handelt es sich um Obst, Nüsse und Gemüse.

Messungen, die sich mit der elektrochemische Signalübertragung im Nervensystem und dem Verhalten des Gehirns beschäftigen, zeigen jedoch, dass dieses empfindlich auf eine unzureichende Aufnahme an Bor reagiert (7). Diese Messungen werden in der Pharmakologie und Toxikologie verwendet, um damit einhergehende Folgeerkrankungen zu beurteilen. Bor wird zunehmend als ein Element erkannt, das für die Gesundheit des Menschen wichtig ist und für die Funktionalität des Körpers eine wichtige Rolle spielt, zum Beispiel für die Knochengesundheit (7) (8) (9) (10).

Der genaue Wirkmechanismus von Bor für die Knochengesundheit ist weitestgehend ungeklärt, aber es ist bekannt, dass Bor die Halbwertszeit von Vitamin D und Östrogen stabilisiert und verlängert (7) (9) (11). In den USA nimmt etwa die Hälfte der Bevölkerung weniger als 1 mg Bor pro Tag zu sich (11). Die Nahrungsergänzung mit 3 mg Bor pro Tag für Frauen nach der Menopause hat die Kalzium- und Magnesiumretention – also den Beibehalt der Stoffe – durch die Nieren verbessert (12). Eine erhöhte Knochenfestigkeit wurde auch bei Tieren gezeigt, denen Nahrung mit Bor ergänzt wurde (13). Mit ungefähr 3-4 mg Bor pro 85 g sind Trockenpflaumen eine reichhaltige Borquelle (7) (14). Eine Studie mit postmenopausalen Frauen berichtete, dass sich die Einnahme von 85 g Trockenpflaumen pro Tag über einen Zeitraum von einem Jahr die Knochenmineraldichte verbesserte – dieser positive Effekt konnte für getrocknete Äpfel zum Beispiel nicht festgestellt werden (7) (15).

Eine offiziell empfohlene Tagesdosis für Bor gibt es nicht, jedoch konnte keine Toxizität festgestellt werden und überschüssiges Bor wird über den Urin rasch wieder ausgeschieden (7) (11). Aus dieser Sicht erscheint eine Nahrungsergänzung mit 1-3 mg Bor zu als sinnvoll (7) – da ein Überschuss schnell ausgeschieden wird und dadurch Knochenerkrankungen oder kognitiven Leistungsdefiziten vorgebeugt bzw. entgegengewirkt werden kann. Dennoch kann der Bor-Bedarf auch über die Nahrung, zum Beispiel durch einen erhöhten Konsum von Lebensmitteln wie Trockenpflaumen, Rosinen, getrockneten Aprikosen oder Avocados gedeckt werden (7).

Aufnahme von Bor über die Nahrung

In einem Band über die Referenzwerte für die Aufnahme verschiedener Nährstoffe, das vom Gremium für Mikronährstoffe des Institute of Medicine veröffentlicht wurde, lassen sich zahlreiche Informationen über das Spurenelement Bor finden (16). Von den fünf Mineralien, die Es wird davon berichtet, dass sich die höchsten Konzentrationen an Bor in Getränken und Produkten auf Fruchtbasis, Knollen und Hülsenfrüchten befinden (16) (17). Je nach geographischem Standort könnte Wasser einen großen Anteil des Bors in der Nahrung ausmachen. In tierischen Produkten, bestimmten Getreideprodukten, Gewürzen und Süßwaren wurden zwar auch, jedoch nur sehr geringe Mengen (weniger als 0,100 μg / g) gefunden.

Diese Befunde werden durch eine weitere Studie bestätigt (18). Bei den Nahrungsmitteln mit dem höchsten Bor-Gehalt handelt es sich um (17) (19):

  • Pflaumen: getrocknete Pflaumen, Pflaumensaft
  • Rosinen: getrocknete Rosinen, Rosinen-Kleie
  • Getrocknete Datteln
  • Nüsse: Mandeln, Erdnüsse, Haselnüsse und Pekannüsse
  • Avocado • Honig • Äpfel
  • Erdnüsse und Erdnussbutter
  • Schokoladenpulver
  • Wein
  • Traubensaft

In einer Studie wurde nicht nur den Bor-Gehalt verschiedener Lebensmittel untersucht, sondern auch der Gesamtverbrauch – also die Häufigkeit der Aufnahme und die konsumierte Menge – mit einberechnet (20). Die Ergebnisse zeigen, dass diese fünf Lebensmittel die wichtigsten Bor-Lieferanten sind:

  • Kaffee
  • Milch
  • Äpfel
  • getrocknete Bohnen
  • Kartoffeln

Obwohl Kaffee und Milch wenig Bor enthalten, leisteten sie aufgrund der konsumierten Mengen die höchsten Beiträge. Sie machen dadurch etwa 12% der Bor-Aufnahme aus (20). Bor in Lebensmitteln – ein Überblick (17) (19):

Lebensmittel/Bor-Gehalt in µg / g bzw. g / kg/
Getrocknete Pflaumen27
Getrocknete Rosinen25
Mandeln23
Haselnüsse16
Avocado14,3
Getrocknete Datteln9,2
Honig7,2
Erdnussbutter5,9
Erdnüsse5,8-18
Pflaumensaft5,6
Schokoladenpulver4,3
Wein3,6
Müsli-Rosinen3,6
Apfel (roh), mit Schale2,7
Pekannüsse2,6
Rosinen-Kleie2,6
Traubensaft2,0-3,4

Borax als Nahrungsergänzungsmittel

Da überschüssiges Bor durch den Urin ausgeschieden wird und eine angemessene Zufuhr die kognitive Leistung zu steigern scheint und insbesondere für die Knochengesundheit von Bedeutung ist, scheint eine Nahrungsergänzung mit 1-3 mg Bor vor allem für Personen ratsam zu sein, die nur wenig getrocknetes Obst, Nüsse, Kaffee, Milch oder Kartoffeln zu sich nehmen (7). So konnte in einer Studie, an der Frauen nach der Menopause teilnahmen, festgestellt werden, dass eine Nahrungsergänzung mit 3 mg Bor pro Tag den Beibehalt von Kalzium und Magnesium im Körper verbessert (12). Nahrungsergänzungsmittel, die Bor enthalten, werden überwiegend in der Form von Borax vertrieben. Die angebotenen Borax-Kapseln oder Tabletten werden oral eingenommen und sollen die Gesundheit in verschiedenen Bereichen unterstützen.

Einnahme von Bor und Borax: Sicherheit und Nebenwirkungen bei Überdosierung

Der Tolerable Upper Intake Level (UL) ist das höchste Maß der täglichen Nährstoffzufuhr, bei dem für fast alle Personen kein Gesundheitsrisiko besteht. Obwohl Personen der Allgemeinbevölkerung empfohlen wird, den UL für gewöhnlich nicht zu überschreiten, kann die Einnahme über dem UL für Untersuchungen in gut kontrollierten klinischen Studien geeignet sein. Die Durchführung klinischer Studien, in denen Dosen über dem UL verwendet werden, sollte nicht entmutigt werden, solange die teilnehmenden Probanden einverstanden sind und eine angemessene Sicherheitsüberwachung stattfindet (16). Solange der UL nicht überschritten wird, sind keine negativen Konsequenzen in Bezug auf die Aufnahme von Bor – und dementsprechend auch für die Einnahme von Borax – zu erwarten. Für ein besseres Verständnis werden die verwendeten Dosen, da es viele verschiedene borhaltige Verbindungen wie etwa Borax gibt, meist in Bor-Äquivalenten ausgedrückt (16).

Es sind keine Daten zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Einnahme großer Mengen von Bor aus Lebensmitteln und Wasser verfügbar (16). Dies könnte daran liegen, dass überschüssige Mengen von Bor in der Regel problemlos über den Urin ausgeschieden werden können. Laut Fallberichten, in der die versehentliche Einnahme von Borsäure und Borax und dementsprechend großer Mengen von Bor dokumentiert wurde, zeigen diese Verbindungen eine geringe Toxizität (16). Es wurde berichtet, dass die potentielle letale Dosis für Erwachsene bei 15 bis 20 g / Tag und für Säuglingen bei 3 bis 6 g / Tag liegt (21). Diese Dosen werden bei der Aufnahme von Bor über die Nahrung oder die angemessene Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Borax jedoch niemals erreicht.

Bei einer Untersuchung von 784 Fällen der Borsäure-Einnahme – einer weiteren Borverbindung neben Borax – konnte keine Toxizität und bei der Aufnahme höherer Dosen lediglich eine sehr geringe Toxizität festgestellt werden. Diese erhöhte Aufnahme macht sich durch erste Symptome wie Übelkeit, Magenbeschwerden, Erbrechen und Durchfall bemerkbar. Bei starker Überdosierung wurde von Hautrötungen, Erregung, Krämpfen, Depressionen und Gefäßkollapsen berichtet (16) (21). Wird Borax bzw. Bor in angemessenen Dosen eingenommen, sind Nebenwirkungen selten. So konnten in einer Studie, im Rahmen derer Probanden 2,5 mg / kg / Tag über einen längeren Zeitraum hinweg aufgenommen haben – das entspricht etwa 1 g Borsäure pro Tag – keine Nebenwirkungen festgestellt werden (16) (22).

Auch bei Säuglingen scheint keine erhöhte Empfindlichkeit für eine Reaktion auf die längerfristige Aufnahme von Borverbindungen wie Borax zu bestehen (23) (24). Auch bezüglich der Genotoxizität ergibt sich für die Aufnahme von Borverbindungen keine Probleme – was bedeutet, dass sich keine Schäden für die Erbsubstanz ergeben (25) (26).

Ausscheidung von überschüssigem Borax / Bor

Unabhängig vom Verabreichungsweg wird überschüssiges Bor durch den Urin schnell und unverändert aus dem menschlichen Organismus ausgeschieden (16). Die Halbwertszeit für diese Eliminierung liegt sowohl für intravenös als auch oral verabreichte Borsäure bei ungefähr 21 Stunden (27) (28). Diese Ausscheidung von überschüssigem Bor ist durch Studien belegt, ebenso wie die Sicherheit von Bor in angemessenen Mengen. Damit steht der Einnahme von Borax – anders als gerne mal behauptet wird – nichts im Wege und es handelt sich auch nicht um ein gesundheitsschädigendes oder gar giftiges Mittel.

Aufnahme und Dosierung von Bor

Fünf Expertengruppen haben das Risiko für den Menschen durch Bor anhand des NOAEL (No Observed Side Effects Level) bewertet, der die höchste Dosis für eine tägliche Aufnahme angibt, bei der keine schädlichen Auswirkungen beobachtet werden können (16) (29). Daraus wurde eine obere Aufnahmegrenze – der Upper Intake Level – erstellt: Bei einer Aufnahme von maximal 20 mg Bor pro Tag werden für Erwachsene über 19 Jahren keine Nebenwirkungen oder gar langfristige negative Konsequenzen erwartet. Für Kinder und Jugendliche ergeben sich niedrigere Werte. Folgende Werte stellen die Obergrenze der gesamten Einnahme von Bor aus Nahrung und Supplementen – wie etwa Borax – dar, die sicher ist und bei der keine Nebenwirkungen erwartet werden (16):

Altersgruppe/Tolerierbare Höchstdosis für Bor (UL)/
UL für Kleinkinder
0-12 MonateKann nicht festgestellt werden, die Zufuhr sollte nur aus der Nahrung stammen
UL für Kinder
1-3 Jahre3 mg / Tag
4-8 Jahre6 mg / Tag
9-13 Jahre11 mg / Tag
UL für Jugendliche
14-18 Jahre17 mg / Tag
UL für Erwachsene
ab 19 Jahren20 mg / Tag
UL für die Schwangerschaft
14-18 Jahre17 mg / Tag
19-50 Jahre20 mg / Tag
UL für die Stillzeit
14-18 Jahre17 mg / Tag
19-50 Jahre20 mg / Tag

Der NOAEL liegt für Ratten bei 9,6 mg / kg / Tag. Der UL für Bor für den Menschen wird berechnet, indem der NOAEL von 9,6 mg / kg / Tag durch den sogenannten Unsicherheitsfaktor (UF) von 30 geteilt wird, was zu einem UL von 0,3 mg / kg / Tag führt. Dieser Wert wurde mit dem Durchschnitt der Bezugsgewichte für erwachsene Frauen multipliziert – die mit 61 kg deutlich weniger wiegen als die meisten Männer.

  1. Erwachsene
    Der aus der Studie resultierende UL für Erwachsene wird auf 20 mg / Tag gerundet (16).
  2. Säuglinge
    Bei Säuglingen wurde der UL aufgrund unzureichender Daten zu Nebenwirkungen in dieser Altersgruppe und der Besorgnis hinsichtlich der Fähigkeit des Säuglings, mit überschüssigen Mengen umzugehen, als nicht bestimmbar eingestuft. Um eine hohe Zufuhr zu vermeiden, sollte die einzige Einnahmequelle für Säuglinge die natürliche Nahrung sein (16).
  3. Kinder und Jugendliche
    Es gibt keine Berichte über Toxizität von Bor für Kinder und Jugendliche. Deshalb werden die UL- Werte für Kinder und Jugendliche aus den für Erwachsene festgelegten Werten bestimmt. So wurde der UL-Wert für Erwachsene von 20 mg Bor pro Tag für Kinder und Jugendliche auf der Grundlage des relativen Körpergewichts angepasst. Der nun ermittelte Wert liegt je nach Alter zwischen 1-13 mg für Kinder zwischen 1 und 13 Jahren, wobei die tolerierbare mit zunehmendem Gewicht steigt, und bei 17 mg für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren (16).
  4. Schwangerschaft und Stillzeit
    Da es keine Berichte über die Bor-Toxizität bei schwangeren oder stillenden Frauen gibt, ist der UL derselbe wie für nicht schwangere und nicht-stillende Frauen (16).

Wirkung von Bor und Borax – Studien im Überblick

Zahlreiche Studien legen die Bedeutung von Bor für den Knochenstoffwechsel und die Leistung des Gehirns nahe. Einige Studien, an denen freiwillige Probanden teilgenommen haben und Erkenntnisse aus chirurgischen Untersuchungen bestätigen, dass Bor die Knochen stärkt und kognitive Prozesse fördert. In der Unterstützung dieser Funktionen und der Prävention von Krankheiten kann mit einer Bor-Supplementation, die durch Nahrungsergänzungsmittel wie Borax ermöglicht wird, immer wieder Erfolge erzielt werden. Aus den Ergebnissen der Studien wurde außerdem eine Höchstdosis festgelegt: Bei einer Einnahme von maximal 20 mg Bor pro Tag haben Erwachsene keine Nebenwirkungen zu befürchten (16) – unabhängig von der Einnahmequelle.

Unterstützung der Knochengesundheit durch Bor

Bor spielt eine interaktive Rolle im Knochenstoffwechsel, indem es die Speicherung verschiedener Stoffe unterstützt, die für diesen unerlässlich sind. Als Nahrungsergänzungsmittel soll Borax dazu beitragen, die Gesundheit der Knochen zu unterstützen und Erkrankungen, deren Entstehung durch einen Bor-Mangel begünstigt wird, vorbeugen.

  1. Interaktive Rolle von Bor im Knochenstoffwechsel
    Auf dem Gebiet der Osteoporose – einer Krankheit, bei der die Knochen abbauen und die vor allem bei Frauen nach der Menopause auftritt – wurde viel geforscht, was den Zusammenhang von Bor und der Knochendichte betrifft. In neueren Studien wurde über Verbesserungen der Knochendichte bei Frauen berichtet, die Bor als Nahrungsergänzungsmittel einnahmen (9). Bor spielt keine direkte Rolle im Knochenstoffwechsel, seine unterstützende Wirkung ist höchstwahrscheinlich auf seine Wechselwirkungen mit anderen Mineralien und Vitaminen wie Calcium, Magnesium und Vitamin D zurückzuführen (9).
  2. Bor zur Linderung von Arthritis
    Die Vermutung, dass ein Bor-Mangel für die Entstehung einer Arthritis verantwortlich sein kann und dass eine Zufuhr des Spurenelements arthritische Beschwerden lindern kann, kam erstmals 1963 auf (10). Die Hypothese entstand aus der Beobachtung Newnhams – eines Forschers, der selbst von der Gelenkentzündung betroffen war und den damit einhergehenden Schmerz, die Schwellung und die Steifheit durch eine Bor-Supplementierung reduzieren konnte. Daraufhin hat die Nahrungsergänzung mit Bor zur Behandlung von Arthritis an Beliebtheit gewonnen und einige Patienten konnten die arthritischen Symptome lindern. Newnhams führte daraufhin weitere Studien durch, in denen er sich mit dem Zusammenhang zwischen Bor und Arthritis beschäftigte (30) (31). Seine Ergebnissen deuteten darauf hin, dass das Auftreten einer Arthritis in Gegenden der Welt, in denen die Bor-Aufnahme bei weniger als 1 mg pro Tag liegt, 20-70 % beträgt. Dort, wo täglich in etwa 3-10 mg pro Tag aufgenommen werden, sind hingegen maximal 10% von einer Arthritis betroffen. Die Ergebnisse eines Tiermodells zeigen, dass entzündliche Zustände und arthritische Beschwerden durch die intraperitoneale oder orale Verabreichung von Bor gelindert werden können (10) (32). Auch in einer weiteren Studie konnte Wirkung von Bor gegen Arthritis beobachtet werden – es wird davon berichtet, dass Bor die anti-arthritischen Eigenschaften von Knoblauchöl verstärken kann (33). Andere Befunde unterstützten die Bedeutung von Bor und weisen ebenfalls darauf hin, dass das Spurenelement eine Rolle für die Knochengesundheit spielt. So zeigen die Beobachtungen von Chirurgen, dass die Knochen von Patienten, die borhaltige Nahrungsergänzungsmittel wie Borax einnehmen, schwieriger zu schneiden sind als die Knochen der Patienten, die im Vergleich dazu nur wenig Bor einnehmen. Weiterhin konnte beobachtet werden, dass borhaltige Nahrungsergänzungsmittel die Heilung von Knochenbrüchen beschleunigen (10).

Bor und kognitive Funktionen

Eine Reihe an Studien, die an freiwilligen gesunden Probanden durchgeführt wurden, legt nahe, dass Bor für das Gehirn und die kognitive Leistungsfähigkeit eine bedeutende Rolle spielt. Es konnte gezeigt werden, dass eine mangelnde Bor-Aufnahme die Funktionen des Gehirns und kognitive Prozesse beeinträchtigt – wie etwa die Denkleistung.

  1. Bor in der Unterstützung der kognitiven Leistung
    Die durchgeführten Studien liefern übereinstimmende Beweise, dass eine unzureichende Bor-Aufnahme die Funktion des Gehirns und die kognitive Leistung beeinflussen kann (7). Zwei der drei Studien zeigte, dass sich die Aufnahme bzw. die Reduktion des diätischen Bors auf die EEG-Parameter und damit auf die Aktivitäten im Gehirn auswirkt. Die EEG-Ergebnisse zeigten eine verstärkte Aktivität in den niedrigeren Frequenzen und eine geringe Aktivität in den höheren, dominanten Frequenzen des EEG-Spektrums. Diese Beobachtung ist vor allem aus dem Grund interessant, dass diese Ergebnisse häufig auch bei einer unspezifischen Mangelernährung (34) (35) und einer Vergiftung durch Schwermetalle (36) (37) (38) sehr ähnlich ist. Diese erhöhte Aktivität in den niedrigeren Frequenzen ist typisch für Zustände mit einer verminderten Verhaltensaktivierung – also Schläfrigkeit – und eine reduzierte geistige Wachsamkeit bzw. Aufmerksamkeit (39). Außerdem scheint die Fähigkeit, psychomotorische Aufgaben zu bewältigen, verringert zu sein (40) (41).
  2. Bor-Mangel: Geringe Aufmerksamkeit, Wachheit und Reflexe
    Der Bor-Mangel kann direkt am Verhalten der betroffenen Personen beobachtet werden. Bei einer mangelnden Aufnahme werden schlechtere Leistungen bei Aufgaben erzielt, die psychomotorische Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit oder Wahrnehmungsvermögen erfordern und das Gedächtnis beanspruchen (7). Die Studien-Reihe zeigt, dass ein Mangel an Bor zum Beispiel die Hand-Augen-Koordination beeinträchtigt. Das Eye-Tracking zeigt außerdem, dass sich die Blickbewegung und die Fähigkeit, mit Personen oder das Geschehen mit den Augen zu verfolgen, verlangsamt ist. Weiterhin hat der Bor-Mangel die für eine Antwort benötigte Zeit in verschiedenen Test, zum Beispiel im Farbidentifikationstest erhöht (7). Dabei wurde der Name einer Farbe auf dem Bildschirm in derselben, in einer neutralen oder abweichenden Farbe angezeigt. Anschließend sollten die Teilnehmer entweder den Namen der Farbe oder aber die Farbe, in der der Name präsentiert wurde, zu identifizieren und den irrelevanten Reiz zu ignorieren – mit Ergebnissen, die auf eine Verlangsamung der Reflexe und eine verminderte Denkleistung durch den Bor-Mangel nahelegen.

Quellenangaben

1

Gröber, U., & Kisters, K. (2016). Das Ultraspurenelement Bor. Zeitschrift Für Orthomolekulare Medizin, 4(04), 9–15. https://doi.org/10.1055/s-0035-1547588

2

Weir, R. J., & Fisher, R. S. (1972). Toxicologic studies on borax and boric acid. Toxicology and Applied Pharmacology, 23(3), 351–364. https://doi.org/10.1016/0041-008X(72)90037-3.

3

Johnston, E. S., & Fisher, P. L. (1930). THE ESSENTIAL NATURE OF BORON TO THE GROWTH AND FRUITING OF THE TOMATO. Plant Physiology, 5(3), 387–392. PMID: 16652667.

4

Blevins, D. G., & Lukaszewski, K. M. (1998). BORON IN PLANT STRUCTURE AND FUNCTION. Annual Review of Plant Physiology and Plant Molecular Biology, 49, 481–500. https://doi.org/10.1146/annurev.arplant.49.1.481.

5

Shkolnik, M.Y. (2014). Trace Elements in Plants. Developments in Crop Science: v. 6. Amsterdam: Elsevier Science.

6

Arslan, N. (2013). Invisible face of boron pollution in fluvial ecosystem: The level in the tissues of sentinel and nectonic organisms. Ambio, 42(6), 715–723. https://doi.org/10.1007/s13280-013-0383-9.

7

Penland, J. G. (1994). Dietary boron, brain function, and cognitive performance. Environmental Health Perspectives, 102 Suppl 7, 65–72. https://doi.org/10.1289/ehp.94102s765

8

Price, C. T., Langford, J. R., & Liporace, F. A. (2012). Essential Nutrients for Bone Health and a Review of their Availability in the Average North American Diet. The Open Orthopaedics Journal, 6, 143–149. https://doi.org/10.2174/1874325001206010143

9

Volpe, S. L., Taper, L. J., & Meacham, S. (1993). The relationship between boron and magnesium status and bone mineral density in the human: A review. Magnesium Research, 6(3), 291–296. PMID: 8292503

10

Newnham, R. E. (1994). Essentiality of boron for healthy bones and joints. Environmental Health Perspectives, 102 Suppl 7, 83–85. https://doi.org/10.1289/ehp.94102s783.

11

TRUMBO, P., YATES, A. A., SCHLICKER, S., & POOS, M. (2001). Dietary Reference Intakes. Journal of the American Dietetic Association, 101(3), 294–301. https://doi.org/10.1016/S0002-8223(01)00078-5

12

Nielsen, F. H. (1990). Studies on the relationship between boron and magnesium which possibly affects the formation and maintenance of bones. Magnesium and Trace Elements, 9(2), 61–69. PMID: 2222801.

13

Armstrong, T. A., Spears, J. W., Crenshaw, T. D., & Nielsen, F. H. (2000). Boron supplementation of a semipurified diet for weanling pigs improves feed efficiency and bone strength characteristics and alters plasma lipid metabolites. The Journal of Nutrition, 130(10), 2575–2581. https://doi.org/10.1093/jn/130.10.2575.

14

Hooshmand, S., & Arjmandi, B. H. (2009). Viewpoint: Dried plum, an emerging functional food that may effectively improve bone health. Ageing Research Reviews, 8(2), 122–127. PMID: 19274852

15

Hooshmand, S., Chai, S. C., Saadat, R. L., Payton, M. E., Brummel-Smith, K., & Arjmandi, B. H. (2011). Comparative effects of dried plum and dried apple on bone in postmenopausal women. The British Journal of Nutrition, 106(6), 923–930. https://doi.org/10.1017/S000711451100119X.

16

National Academies Press (US). (2001). Dietary Reference Intakes for Vitamin A, Vitamin K, Arsenic, Boron, Chromium, Copper, Iodine, Iron, Manganese, Molybdenum, Nickel, Silicon, Vanadium, and Zinc. Washington (DC). PMID: 25057538

17

Hunt, C. D., Shuler, T. R., & Mullen, L. M. (1991). Concentration of boron and other elements in human foods and personal-care products. Journal of the American Dietetic Association, 91(5), 558–568. PMID: 2019698

18

Anderson, R. R. (1992). Comparison of Trace Elements in Milk of Four Species. Journal of Dairy Science, 75(11), 3050–3055. https://doi.org/10.3168/jds.S0022-0302(92)78068-0

19

Meacham, S. L., & Hunt, C. D. (1998). Dietary boron intakes of selected populations in the United States. Biological Trace Element Research, 66(1-3), 65–78. https://doi.org/10.1007/BF02783127.

20

RAINEY, C. J., NYQUIST, L. A., CHRISTENSEN, R. E., STRONG, P. L., CULVER, B. D., & COUGHLIN, J. R. (1999). Daily Boron Intake from the American Diet. Journal of the American Dietetic Association, 99(3), 335–340. https://doi.org/10.1016/S0002-8223(99)00085-1

21

Litovitz, T. L., Klein-Schwartz, W., Oderda, G. M., & Schmitz, B. F. (1988). Clinical manifestations of toxicity in a series of 784 boric acid ingestions. The American Journal of Emergency Medicine, 6(3), 209–213. PMID: 3370093

22

Culver BD, Hubbard SA. 1996. Inorganic boron health effects in humans: An aid to risk assessment and clinical judgment. J Trace Elem Exp Med 9:175–184.

23

Gordon, A. S., Prichard, J. S., & Freedman, M. H. (1973). Seizure disorders and anemia associated with chronic borax intoxication. Canadian Medical Association Journal, 108(6), 719-21 passim. PMID: 4691106.

24

O’Sullivan, K., & Taylor, M. (1983). Chronic boric acid poisoning in infants. Archives of Disease in Childhood, 58(9), 737–739. PMID: 6625636

25

ATSDR (Agency for Toxic Substances and Disease Registry). 1992. Toxicological Profile for Boron. Atlanta: U.S. Public Health Service, ATSDR.

26

Dieter, M. P. (1994). Toxicity and carcinogenicity studies of boric acid in male and female B6C3F1 mice. Environmental Health Perspectives, 102 Suppl 7, 93–97. https://doi.org/10.1289/ehp.94102s793

27

Jansen, J. A., Andersen, J., & Schou, J. S. (1984). Boric acid single dose pharmacokinetics after intravenous administration to man. Archives of Toxicology, 55(1), 64–67. PMID: 6732506

28

Jansen, J. A., Schou, J. S., & Aggerbeck, B. (1984). Gastro-intestinal absorption and in vitro release of boric acid from water-emulsifying ointments. Food and Chemical Toxicology : an International Journal Published for the British Industrial Biological Research Association, 22(1), 49–53. PMID: 6537937

29

Price, C. J., Strong, P. L., Marr, M. C., Myers, C. B., & Murray, F. J. (1996). Developmental toxicity NOAEL and postnatal recovery in rats fed boric acid during gestation. Fundamental and Applied Toxicology: Official Journal of the Society of Toxicology, 32(2), 179–193. PMID: 8921321.

30

Newnham RE. Tentative evidence of relationships between boron supply and arthritic disorders. In: Trace Elements in Man and Animals-TEMA 5 (Mills CF, Bremner I, JK Chesters, eds). Farnham Royal, UK: Commonwealth Agricultural Bureaux, 1985;839-840.

31

Newnham RE (1989). Boron problems and its essential nature. In: Current Trends in Trace Elements Research (Chazot G, Abdulla M, Arnaud P, eds). Nishimura, Japan: Smith-Gordon;89-91

32

Newnham RE (1991). The role of boron in human and animal health. In: Trace Elements in Man and Animals 7 (Momcilovic B, ed). Zagreb: IMI, 1991; 8.4-8.5.

33

Shah SA, Vohora SB (1990). Boron enhances antiarthritic effects of garlic oil. Fitoterapia 61:121-126. Zuletzt abgerufen am 26.02.2019 von https://www.cabdirect.org/cabdirect/abstract/19900360727

34

Griesel RD (1984). Psychophysiological sequelae of kwashiorkor. In: Malnutrition and Behavior: Critical Assessment of Key Issues (Brozek J, Schurch B, eds), Lausanne:Nestle Foundation;1 57-163

35

Griesel RD (1984). Psychophysiological sequelae of kwashiorkor. In: Malnutrition and Behavior: Critical Assessment of Key Issues (Brozek J, Schurch B, eds), Lausanne:Nestle Foundation;1 57-163

36

Thatcher RW, Cantor DS. Electrophysiological techniques in the assessment of malnutrition. In: Malnutrition and Behavior: Critical Assessment of Key Issues (Brozek J, Schurch B, eds.), Lausanne: Nestle Foundation, 1984;1 16-136. Zuletzt abgerufen am 26.02.2019 von http://agris.fao.org/agris-search/search.do?recordID=US201301401528.

37

Petit, T. L., & Alfano, D. P. (1983). Neurobiological And Behavioral Effects Of Lead. In I. E. Dreosti & R. M. Smith (Eds.), Neurobiology of the Trace Elements (pp. 97–139). Totowa, NJ: Humana Press. https://doi.org/10.1007/978-1-59259-458-0_4.

38

Petit TL (1983). Aluminum neurobiological toxicology. In: Neurobiology of the Trace Elements, Vol 2 (Dreosti IE, Smith RM, eds). Clifton, NJ:Humana;237-274.

39

Rechtschaffen A, Kales A (1968). A Manual of Standardized Terminology, Techniques and Scoring for Sleep Stages of Human Subjects. Los Angeles: Brain Information Service, University of California. Zuletzt abgerufen am 26.02.2019 von https://de.scribd.com/doc/51728449/Rechtschaffen-Kales-A-Manual-of-Standardized-Terminology-Techniques-and-Scoring-System-for-Sleep-Stages-of-Human-Subjects.

40

Gale, A. (1977). Some EEG Correlates of Sustained Attention. In R. R. Mackie (Ed.), Vigilance: Theory, Operational Performance, and Physiological Correlates (pp. 263–283). Boston, MA: Springer US. https://doi.org/10.1007/978-1-4684-2529-1_15.

41

Roth, N., & Sack, G. (1990). Relations between slow (4 cps) EEG activity, sensorimotor speed, and psychopathology. International Journal of Psychophysiology : Official Journal of the International Organization of Psychophysiology, 9(2), 121–127. PMID: 2228746