Darmsanierung

Die Worte Darmsanierung und Probiotika sind im heutigen Sprachgebrauch keine Seltenheit mehr. Wenn es zu Ungleichgewichten in der Zusammensetzung der Darmbakterien kommt, bedeutet dies oft Probleme für unsere Gesundheit. Doch lässt sich mit einer Darmreinigung und der nachfolgenden Ansiedlung entsprechender positiver Bakterien über die Ernährung oder andere Maßnahmen unsere Gesundheit verbessern? In diesem Artikel widmen wir uns dem Thema Darmsanierung auf Basis wissenschaftlicher Studien.

Artikel durch 59 anerkannte Studien verifiziert

Darmsanierung – Fakten & Studien über den Einfluss der Darmbesiedlung

Essen dient der Nahrungsaufnahme, versorgt mit Nährstoffen und liefert die nötige Energie, um den Stoffwechsel in Schwung zu halten. Mit dem Essen werden nicht nur:

  • Fette
  • Eiweiße
  • Mineralstoffe und Spurenelemente

aufgenommen. In jedem Müsliriegel und an jeder Weintraube finden sich Mikroorganismen – wie Viren und Bakterien. Damit Mikroorganismen oder Gifte aus der Nahrung den Magen-Darm-Trakt nicht als direktes Einfallstor benutzen, fällt dem Gastrointestinaltrakt eine wichtige Aufgabe in der Immunabwehr zu.

Nicht ohne Grund wird der Darm in einigen Quellen gern als Sitz des Immunsystems bezeichnet. Rund 70 Prozent jener Zellen, die zur Produktion von Antikörper in der Lage sind, haben hier ihren Sitz. Das darmassoziierte lymphatische Gewebe gehört zu den wichtigsten Barrieren des Körpers. Im Alltag kommt es immer wieder vor, dass der Darm in seiner Funktion beeinträchtigt wird. Dabei sind nicht so sehr direkte Gewebeschäden die Ursache. Beispiel Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen verabreicht, hemmen die Wirkstoffe nicht nur die Erreger, sondern auch die Darmflora (1)  (2). Nur ein Grund, warum die Darmsanierung zunehmend in den Fokus rückt und bei der Ernährung berücksichtigt werden sollte.

Was ist die Darmsanierung?

Die Darmsanierung ist heute keine in der Schulmedizin anerkannte Standardbehandlung. Insofern existiert keine abschließende Definition des Begriffs in der Humanmedizin. Aufgrund dessen lässt die Darmsanierung in verschiedene Richtungen deuten.

Ist von der Darmsanierung die Rede, kann es um:

  • den Aufbau der Darmflora (Symbioselenkung)
  • die Reinigung des Darms mittels Colon-Hydro-Therapie (3)  (4)
  • eine Darmreinigung mit Flohsamen oder Heilerde usw.

gehen. Teilweise werden die verschiedenen Ansätze auch miteinander kombiniert. Zuerst findet – unter dem Begriff Darmsanierung zusammengefasst – eine Darmreinigung statt. Anschließend wird ein (Wieder)Aufbau der Darmflora in Angriff genommen.

Entsprechend der Breite bis hierhin genannter Ansätze variieren die Maßnahmen. Die Colon-Hydro-Therapie setzt zum Beispiel auf eine Spülung des Darms. Flohsamen, Heilerde der Zeolithe sollen den Darm mechanisch durch die Quellfähigkeit ähnlich einem Schwamm reinigen. Das Ziel: Mithilfe der Maßnahmen werden schädlichen Besiedelungen des Darms sowie Schlacken und Giftstoffe entfernt und so die Gesundheit gefördert.

Gleichzeitig will die alternative Heilkunde mit diesen Maßnahmen eine Stärkung des Immunsystems erreichen und Defekte wie das Leaky Gut Syndrome (LGS) verhindern. In der alternativen Medizin wird das LGS als eine Ursache für:

  • chronische Entzündungen
  • Erschöpfungssyndrome
  • Migräne oder
  • Multiple Sklerose

angesehen.

Ansatzpunkt für diese These ist eine erhöhte Permeabilität des Darms. Diese entsteht infolge des Einwirkens verschiedener Substanzen auf die Darmwand. Neben Verbindungen aus der Nahrung kann dies durch Arzneimittelwirkstoffe oder Alkohol verursacht werden (5). Diese lösen unter anderem Entzündungen aus, was einige Autoren mit der Entstehung einiger gastrointestinaler Erkrankungen in Verbindung bringen (6)  (7).

Aber: In der evidenzbasierten Humanmedizin ist das Leaky Gut Syndrome keine anerkannte Diagnose. Im Gegenteil: Auch wenn Forschergruppen davon ausgehen, dass sich die Durchlässigkeit des Darms tatsächlich verändern und die Immunabwehr verändern kann, wird deren alleinige Verantwortlichkeit für das Entstehen von Erkrankungen strikt verneint (8).

Wann wird die Darmsanierung eingesetzt?

In den letzten Jahren ist in der alternativen Medizin und in der Schulmedizin das Interesse am Darm des Menschen gewachsen. Eine Darmsanierung wird – gerade in der ganzheitlichen Naturheilkunde – bei einer Vielzahl von unterschiedlichen Beschwerden empfohlen. So gelten unter anderem:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfungen
  • Mundgeruch oder
  • Mykosen (Pilzinfektionen)

als ganz klassisches Beschwerdebild, welches für eine Darmsanierung spricht. Aber auch Abgeschlagenheit, Müdigkeit, rheumatische Erkrankungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten und ein hoher Cholesterinspiegel sowie Allergien sprechen in der Naturheilkunde für eine Dysbiose.

Die Humanmedizin betrachtet das Thema Darmsanierung bzw. den Aufbau der Darmflora differenzierter. Prinzipiell hat das Verständnis für das intestinale Mikrobiom und dessen Einfluss auf die Gesundheit – auch im Hinblick auf die Entstehung entzündlicher und chronischer Erkrankungen – in den letzten Jahren zugenommen.

Mit einer positiven Wirkung ist die Darmsanierung (durch Probiotik) unter anderem bei:

  • gastrointestinalen Erkrankungen wie Reizdarm (9)
  • infektiösem bzw. post-infektiösem Durchfall (10)
  • nach Dysbiose durch Arzneimittelwirkstoffe (11) oder andere Gifte

belegt. Für die genaue Durchführung der Darmsanierung (Microbiomrestauration (12)) fehlen bisher aber allgemeingültige Goldstandards.

Ablauf einer Darmsanierung

Ein gesunder Darm trägt zum Wohlbefinden im Körper bei. Diese Erkenntnis ist in der Schulmedizin angekommen. Ein Goldstandard zum Ablauf einer Darmsanierung fehlt allerdings. Daher lassen sich die einzelnen Abschnitte pauschal nur eingeschränkt beschreiben.

Je nach Standpunkt beginnt die Darmsanierung mit der Darmreinigung. Das erklärte Ziel der Befürworter: Schädliche Mikroorganismen sowie Giftstoffe sollen mit dieser Maßnahme aus dem Darm entfernt werden. Für die Darmreinigung wird unter anderem auf:

  • Flohsamen
  • Zeolithe/Heilerde
  • Colon-Hydro-Therapie

gesetzt. Letztere entspricht vereinfacht ausgedrückt der Darmspülung. Mehrere Liter Flüssigkeit sollen – versetzt mit Zusatzstoffen wie Kräutern – den Darm reinigen. Aber: Mediziner sehen die Colon-Hydro-Therapie kritisch.

Bei falscher Anwendung sind die Risiken für die Gesundheit höher als der erklärte Nutzen. Es kann zu:

  • Infektionen des Darms
  • Perforationen
  • Veränderungen im Elektrolythaushalt
  • Krämpfen

kommen (13). Kritisch wird auch der Einsatz unterschiedlicher Zusätze betrachtet. Hierdurch kann es unter anderem zu einer Schädigung der Niere kommen. Die in Fallstudien mit der Colon-Hydro-Therapie in Verbindung gebrachten Nebenwirkungen reichen bis zu Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (14).

Eine Darmreinigung bzw. die Darmentleerung/Spülung sollte (so die verbreitete Meinung in der Medizin) nur im Rahmen einer entsprechenden Indikation – etwa bei einer anstehenden Darmspiegelung vorgenommen werden. Selbst hier sind Nebenwirkungen, etwa durch Natriumphosphat, nicht vollkommen ausgeschlossen (15).

Die Verwendung von Flohsamen greift die Idee der Prebiotik auf. Durch die starke Quellfähigkeit können Flohsamen in unterschiedliche Richtungen wirken. Benutzt werden Flohsamen sowohl im Zusammenhang mit Durchfallerkrankungen – etwa beim Reizdarmsyndrom (16) – oder im Zusammenhang mit Verstopfungen (17). Zeolithe und Heilerden werden in der alternativen Medizin gern mit Flohsamen kombiniert und sollen die Darmreinigung unterstützen. Als Funktion wird ihnen die Aufnahme von Schadstoffen und pathogenen Mikroorganismen zugeschrieben.

Der Aufbau der Darmflora mithilfe von Probiotik ist ein weiteres Element, welches die Darmsanierung abschließt und die Normobiose wiederherstellen soll.

Symbioselenkung - Darmsanierung mit Probiotika

Der Begriff Symbioselenkung beschreibt einen speziellen Ansatz in der alternativen Medizin. Im Hintergrund steht die Annahme, dass verschiedene Faktoren die natürliche Besiedelung des Darms stören können. Eingangs wurde bereits die Gabe von Antibiotika als mögliche Ursache beschrieben.

Grundsätzlich ist der menschliche Darm nach der Geburt steril. In den Wochen und Monaten nach der Geburt bildet sich die Darmflora (Intestinalflora oder intestinale Mikrobiota) heraus. Der Darm eines Erwachsenen kann bis zu 100 Billionen Mikroorganismen beherbergen.

Die Idee hinter der Symbioselenkung beruht auf der Annahme, dass das „Ökosystem“ im Darm nicht nur dessen Funktion – die Aufnahme von Nährstoffen – beeinflusst. Verfechter der Darmsanierung gehen davon aus, dass die Darmflora auch auf die Funktionen im Rahmen der Immunantwort modulierend einwirkt. So wird für E. coli angenommen, einerseits das Immunsystem zu konditionieren – auf der anderen Seite aber auch fremde Erreger zu hemmen.

Der Einfluss, den das Mikroökosystem Darm in seiner Zusammensetzung (Diversität) hat, wird inzwischen von verschiedenen Autoren anerkannt. Veränderungen in der Zusammensetzung der mikrobiellen Gesellschaften des Gastrointestinaltrakts werden heute in der wissenschaftlichen Literatur als Small Intestinal Bacterial Overgrowth Syndrome bezeichnet. Entweder treten einige Darmbakterien zahlenmäßig in den Vordergrund oder es kommt zu Veränderungen in der Zusammensetzung der Darmflora (18)  (19). Diese Entwicklung beeinflusst nicht nur direkt die Gesundheit des Darms – in Form der auch bei Reizdarm auftretenden Symptome wie Durchfall (20). Einige Forschergruppen gehen auch von der Einflussnahme auf andere Erkrankungen aus. Der Nachweis des SIBO ist aus klinischer Sicht allerdings nicht ganz einfach, da der Prozess asymptomatisch verlaufen kann (21)  (22).

In der alternativen Heilkunde wird davon ausgegangen, dass Störungen im Gleichgewicht der Darmflora die Entstehung von Erkrankungen wie:

  • Allergien
  • Hauterkrankungen
  • Infektionen der Harnröhre

begünstigen. Als ursächlich für Ungleichgewichte werden die bereits angesprochenen Antibiotika als auch gastrointestinale Erkrankungen angesehen. In der Humanmedizin und Biologie ist die Bedeutung der Darmflora in den letzten Jahren zunehmend deutlicher geworden.

Inzwischen wird davon ausgegangen, dass mikrobielle Besiedelung des Darms nach der Geburt tatsächlich erheblichen Einfluss auf die spätere gesundheitliche Entwicklung hat. Einige Autoren sehen in der immunmodulierenden Wirkung der postnatalen Phase den Schlüssel für Autoimmunerkrankungen, Allergien und diverse chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (23).

Synbiotik, Probiotik & Prebiotik – Gesundheit für den Darm?

Die Rolle des mikrobiellen Ökosystems für unsere Gesundheit wurde in den letzten Jahren nicht nur durch die alternative Heilkunde neu bewertet. Mittlerweile gehen Mediziner und Biologen von immunmodulierenden Einflüssen der Darmflora aus – von Geburt an (24)  (25). In der postnatalen Besiedelung des Darms sehen Autoren inzwischen einen wichtigen Ansatz im Verständnis verschiedener Erkrankungen.

Im Mittelpunkt steht in der Forschung nicht nur die Frage, welche Mikroorganismen wie im Gastrointestinaltrakt zusammenwirken und welche Folgen eine Dysbiose hat. Zu den Forschungszielen gehört die Suche nach adäquaten Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten, die sich zum Beispiel in die Ernährung integrieren lassen (26). Im Mittelpunkt stehen Anwendungsmöglichkeiten und Zielsetzungen, die sich auch im Konzept der Darmsanierung wiederfinden. Erzielt werden sollen unter anderem:

  • direkt antimikrobielle Wirkungen (bei Fehlbesiedelung)
  • Verbesserung der Darmwand-Permeabilität
  • positive Effekte in der Immunmodulation (27).

Beim Thema Darmsanierung/Symbioselenkung tauchen verschiedene Begriffe, wie:

  • Synbiotik
  • Prebiotik
  • Probiotik

auf (28).

Synbiotik ist in diesem Zusammenhang als Sammelbegriff zu werten, welcher einerseits direkt mikrobiell aktive Nahrungsbestandteile (Probiotik) oder auf das mikrobielle Ökosystem im Darm stimulierend wirkende Nahrungsinhaltsstoffe (Prebiotik) umfasst (29).

  • Probiotik: Die Bezeichnung Probiotik ist der breiten Öffentlichkeit bekannt. Obwohl erst seit den 1980er Jahren im allgemeinen Sprachgebrauch verankert, gehen die Ideen hinter der Probiotik auf das frühe 20. Jahrhundert und den Immunologen Élie Metchnikoff zurück.Dahinter verbergen sich nicht nur fermentierte Milchprodukte. Probiotische Produkte vereint die Gemeinsamkeit, lebensfähige Mikroorganismen und Bakterien zu enthalten. Oral aufgenommen ist deren Zahl in Probiotika so hoch, dass die Kulturen den Darmtrakt erreichen. Das Ziel der Probiotik besteht in der Wiederherstellung des Gleichgewichts der Darmflora. Heute wird auf Bakterien (vorrangig Milchsäurebakterien) und Hefen gesetzt. Benutzt werden unter anderem:
    • Lactobacillus rhamnosus
    • Lactobacillus reuteri
    • Lactobacillus bifidobacteria
    • Lactobacillus casei
    • Escherichia coli
    • Enterococcus faecium
    • Saccharomyces boulardii (30).

Aufgrund der besonderen Anforderungen an die bioaktiven Stämme steht nur eine begrenzte Auswahl an bioaktiven Stämmen zur Verfügung. Besonders umfassend ist inzwischen die Wirkung von L. rhamnosus in der Ernährung dokumentiert.

Verbessert werden – so Studien – durch L. rhamnosus unter anderem die Symptome bei Säuglings- und Reisedurchfall sowie mit Antibiotikatherapien assoziierte Diarrhoe (31)  (32).

  • Prebiotik: Als Prebiotik werden Nahrungsbestandteile bezeichnet, welche das Wachstum und die Entwicklung des mikrobiellen Ökosystems an Bakterien im Darm fördern. Das Konzept geht auf Glenn Gibson und Marcel Roberfroid zurück. In dem 1995 eingeführten Konzept werden als Prebiotik unverdauliche Nahrungsbestandteile angesehen, welche Wachstum und Aktivität der richtigen Darmbakterien stimulieren (33).In den letzten Jahren wurde das Konzept überarbeitet. Inzwischen sieht Roberfroid in Prebiotik ausgewählte fermentierte Nahrungsbestandteile, die spezifische Veränderungen in Zusammensetzung und Aktivität der Darmflora bewirken (34). Um als Probiotik in Frage zu kommen, müssen Nahrungsbestandteile bestimmte Bedingungen erfüllen. Hierzu gehören:

 

  • kein Abbau durch Magensäure, Verdauungsenzyme
  • keine Resorption im Darm
  • Fermentation durch Mikroflora
  • Stimulus für Wachstum/Aktivität der Darmflora (35).

Mittlerweile zeigt sich in den vorliegenden Daten aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass auch das Konzept der Prebiotik die normale Zusammensetzung der Darmflora stärkt und in der Lage ist, Risiken für Dysbiosen zu verringern (36).

Stuhlübertragung: Darmsanierung mit Mikrobiomtransfer

Eine orale Aufnahme von mikrobiellen Kulturen bei Dysbiose ist ein inzwischen verbreitetes Konzept. Basierend auf Kapseln, Pulvern oder fermentierten Milchprodukten in der Ernährung soll so das intestinale Biom wieder ins Gleichgewicht gebracht werden (37).

Mittlerweile setzt die Wissenschaft auf eine zweite Methode – den sogenannten Mikrobiomtransfer. Hierbei handelt es sich um die Übertragung von mikrobiellem Material eines gesunden Spenders auf einen Empfänger. In der Medizin werden diesbezüglich verschiedene Ansätze verfolgt. Vor dem Hintergrund der Darmsanierung rückt die Stuhltransplantation in den Fokus (38).

Dabei werden Mikroorganismen aus der Darmflora von gesunden Spendern an Patienten – etwa mit nicht auf Therapien ansprechender Clostridium-difficile-assoziierter Diarrhö (CDAD) oder postinfektiösem Reizdarm – übertragen (39)  (40). Der aktuelle Behandlungsstandard in der Stuhlübertragung sieht einer Verflüssigung des Spenderstuhls, dessen Filterung und die Implantation via Duodenalsonde oder Koloskopie vor. Vereinzelt werden weitere Möglichkeiten, wie die nasogastrische Intubation von Autoren hinsichtlich der Anwendungsergebnisse untersucht (41).

Eine besondere Herausforderung im Zusammenhang mit der Stuhltransplantation ist die Auswahl potenzieller Spender. Hier kommt es darauf an, sich auf gesunde Menschen ohne Darmprobleme zu fokussieren. Im Auswahlverfahren wird daher sehr intensiv nach pathogenen Mikroorganismen im Spenderstuhl gesucht. Das Problem: Es fehlen allgemeingültige Standards bezüglich der Methodik, welche für die Untersuchungen des Spenderstuhls eingesetzt werden.

Was beeinflusst die Darmflora?

Die Bedeutung der mikrobiellen Besiedelung des menschlichen Darms ist in den letzten Jahren auch der evidenzbasierten Medizin zunehmend deutlich geworden. Wie kann es zu Veränderungen in deren Zusammensetzung kommen?

Der Darm und Arzneimittelwirkstoffe

Das menschliche intestinale Mikrobiom ist ein komplexes System bestehend aus unterschiedlichen Bakterienstämmen, welche für das Wohlbefinden zusammenspielen. Aufgrund verschiedener Faktoren kann es zu Störungen der Normobiose kommen. Zu den bekannten Einflüssen, die als Störfaktor der Darmflora gelten, zählen Antibiotika.

Eingesetzt gegen potenziell gefährliche bakterielle Infektionen, wirken diese Arzneimittel leider nicht nur gegen pathogene Keime. Inzwischen hat die Wissenschaft Hinweise gefunden, dass antibiotische Wirkstoffe zu einer Dysbiose führen können. So wurde an Patienten mit Morbus Crohn nachgewiesen, dass eine Exposition gegenüber Antibiotika die bereits angegriffene Darmflora noch weiter schädigen kann (42).

Im Tierversuch zeigten sich negative Effekte auf das murine intestinale Ökosystem für Florfenicol und Azithromycin. Letzteres wird zum Beispiel in der Behandlung von Atemwegsinfektionen eingesetzt. Durch die Einwirkung der Antibiotika wurden Zusammensetzung und Vielfalt der Darmflora verringert (43). Parallel haben Studienautoren Anzeichen dafür gefunden, dass die Veränderungen der Darmflora durch Antibiotika das Risiko für Übergewicht beeinflussen. Eine Vermutung, welche durch Beobachtungen in der Humanmedizin gestützt werden (44).

Die Darmflora und Alkohol

Studien zeigen, dass neben Arzneimitteln auch andere Substanzen nachhaltig in das mikrobielle Ökosystem eingreifen können. Beispiel: Im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen niederländischen und US-Forschern ist klarer geworden, dass Alkohol die mikrobielle Darmflora alteriert. Diese Veränderungen können – so die Ansicht der Forscher – zu einer erhöhten Permeabilität des Darmlumens führen (45). Inzwischen gehen einige Wissenschaftsteams in ihren Vermutungen sogar soweit, dass die erhöhte Durchlässigkeit des Darms für Endotoxine und andere bakterielle Substanzen zur Entstehung der alkoholbedingten Erkrankungen der Leber (bis zur Leberzirrhose) beiträgt (46). US-Forscher haben diesen Endotoxie auslösenden (Vergiftung durch Zerfallsprodukte der Mikroorganismen) Effekt auf den Körper für übermäßigen Alkoholkonsum nachweisen können.

Mittlerweile sind Forschungsergebnisse publiziert, welche die Wirkung sogenannter Probiotika auf durch Alkohol mitverursachte Erkrankungen untersuchen. Die Überraschung: In einer Studie mit Lactobacillus rhamnosus Gorbach-Goldin zeigte sich nicht nur eine Verbesserung hinsichtlich der Entstehung einer alkoholischen Steatohepatitis. Seitens der Autoren wird eine Verringerung der intestinalen und Leber-Stressmarker in Kombination mit niedrigeren Entzündungswerten beschrieben (47).

Als möglicher molekularbiologischer Ansatz für die Wirkung L. rhamnosus wird der durch Alkohol gehemmte Hypoxie-induzierter Faktor (HIF) diskutiert. Chinesische Forscher konnten zeigen, dass Lactobacillus rhamnosus den gehemmten HIF wiederherstellt und so die Durchlässigkeit des Darms positiv beeinflusst (48).

Darmflora und Parasiten

Wurmerkrankungen sind in den Industrienationen zunehmend seltener geworden. In einigen Regionen treten Infektionen beispielsweise mit Madenwürmern nach wie vor häufiger in Erscheinung. Die Besiedelung des Darms mit beispielsweise parasitären Enterobius vermicularis und die Behandlung mit Mebendazol bleibt für das intestinale Ökosystem nicht folgenlos. Eine Studiengruppe hat in Taiwan beispielsweise eine Zunahme bei den Actinobacteria – bei parallel auftretender Reduzierung der Fusobacteria – feststellen können (49).

Darmsanierung und das Thema Kaiserschnitt

Der menschliche Körper entwickelt seine Darmflora in der postnatalen Phase. Studien zeigen, dass eine Besiedelung des Darms bereits in den ersten Minuten und Stunden nach der Geburt beginnt. Vertreter von Lactobacillus und Bifidobacterium lassen sich bereits kurze Zeit nach der Geburt im Stuhl nachweisen. Allerdings wird derzeit diskutiert, inwiefern der Kaiserschnitt diesen Prozess nachteilig beeinflussen kann. Einige Autoren nehmen an, dass Gegenspieler der natürlichen Darmflora sich hier bereits bemerkbar machen (50).

Ein japanisches Wissenschaftsteam beschreibt zum Beispiel die antagonistische Beziehung zwischen Bifidobacterium-Stämmen, die zu den Frühbesiedlern des Säuglingsdarms gehören (bei einem Fünftel der Neugeborenen ließen sich Bifidobacterium bereits am ersten Tag nachweisen) und Enterobakterien und Enterococcen (51).

Unterstützende Maßnahmen zur Entwicklung einer Normobiose – wie das Zusetzen von Bifidobacterium oder Lactobacillus rhamnosus – werden von Wissenschaftsteams diskutiert. In die eine oder andere Richtung aussagekräftige Anhaltspunkte lassen sich bisher (aufgrund zu weniger Daten) nicht ableiten (52).

Darm und Diabetes

In der Debatte um Diabetes und deren Entstehung dominiert heute klar Diabetes Typ II. Umgangssprachlich immer noch als Altersdiabetes bezeichnet, handelt es sich hierbei um ein Krankheitsbild, welches auf Grundlage von Verhaltensfehlern in der Ernährung inzwischen auch bei jungen Erwachsenen auftritt. Diabetes Typ I tritt hingegen bereits im Kindesalter auf. Verantwortlich werden unter anderem Autoimmunerkrankungen für deren Entstehung gemacht.

Aus Erfahrungen mit Tierversuchen – aber auch aufgrund der Erkenntnisse aus der Humanmedizin – bringen einige Forscherteams Diabetes mit Fehlentwicklungen der Darmflora in Verbindung (53). Die genauen Prozesse hinter dieser Entwicklung müssen in weiteren Untersuchungen geklärt werden. Erste Vermutungen gehen davon aus, dass dieser Prozess in mehreren Phasen verläuft. Eine Fehlbesiedelung des Darms nach der Geburt führt zu immunregulatorischen Defiziten. Die Abnahme in der Vielfalt der Darmflora scheint ein weiteres Puzzleteil im Verständnis der Zusammenhänge zwischen Diabetes und der Darmflora zu sein (54).

Dysbiose bei chronischen gastrointestinalen Erkrankungen

Entzündliche Erkrankungen des Darms – wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa – sind für Patienten mit erheblichen Einschränkungen in der Lebensqualität verbunden. Schwerer Durchfall und Verdauungsprobleme sind hierbei die Regel und schränken auch die Ernährung ein. Bisher ist die Behandlung schwierig. Die Ursachen für das Entstehen der Erkrankungen liegen teilweise nach wie vor im Dunkeln.

Studienergebnisse der vergangenen Jahre deuten darauf hin, dass zwischen den entzündlichen gastrointestinalen Erkrankungen und der Darmflora eine Verbindung besteht. Im Rahmen einer Zwillingsstudie aus Schweden ließen sich deutliche Unterschiede zwischen erkrankten (Morbus Crohn des Ileums) und gesunden Zwillingen feststellen (55). Während bei CD-Patienten eine Erhöhung der Escherichia coli-Dichte nachweisbar war, war die Besiedelung mit Faecalibacterium prausnitzii erniedrigt.

Ähnliche Veränderungen lassen sich auch aus anderen Studien herauslesen. Eine französische Studiengruppe hat – neben Morbus Crohn – das Mikrobiom bei Colitis ulzerosa und infektiöser Colitis untersucht. Deutliche Unterschiede zwischen Erkrankten und der gesunden Kontrollgruppe ließen sich unter anderem bei den Bakterien aus der Gruppe Firmicutes, Faecalibacterium prausnitzii und Bifidobacteria erkennen (56). Die Erkenntnis, dass entzündliche Darmerkrankungen die Zusammensetzung des intestinalen Bioms beeinflussen, wird durch verschiedene weitere Studien gestützt (57)  (58).

Bezüglich der Behandlung dieser Erkrankungen scheint die Arbeit mit der aus der Darmsanierung bekannten Probiotik durchaus Potenzial mitzubringen. Zumindest liefern Arbeiten mit beispielsweise der Hefe Saccharomyces boulardii Einblicke in die Wirksamkeit dieses Konzepts auf den menschlichen Körper und die Darmbakterien (59).

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